Montag, 8. August 2016

Wikingerstricken vom Feinsten - Filigraner Schmuck aus Draht

Meine Lieben,

vor einer Weile habe ich durch Zufall eine wunderschöne Art der Schmuckherstellung entdeckt, das Wikingerstricken. Man hat offenbar Schmuckstücke in alten Wikingergräbern gefunden, die von der Struktur her dieser Flechttechnik nahekommen.


Sie ist schnell erlernt ist und das Beste daran ist, dass man kaum "Spezialequipment" braucht, um sie auszuprobieren. Also perfekt für lange Nachmittage, an denen man etwas Neues ausprobieren will!


Im Prinzip ist Wikingerstricken wie ein "Verstricken" mit der Strickliesel, nur dass diese ja ein Loch hat, durch das das Strickstück hindurchgeht. Der Draht beim Wikingerstricken wird um ein Stück Holz herumgeführt.





- Draht, am besten in 0,3 mm Stärke (ansonsten zwischen 0,2 und 0,6 mm)
  Leicht lassen sich Drähte aus oder mit Kupferkern verarbeiten, zum Testen reicht aber auch ein dünner Blumen- bzw. Basteldraht.
- ein schmaler zylindrischer Gegenstand, um den das Geflecht herumgearbeitet wird
Ich habe einen Quirlstab verwendet, ihr könnt aber auch eine Metallhäkelnadel, einen Kochlöffel oder einen dickeren runden Stift verwenden. Was euch am angenehmsten zu halten ist.
- Bastelzangen, auf jeden Fall einen Seitenscheider und eine Schmuckzange zum präzisen Anfassen des Drahtes (Bei engen Stellen, an denen der Draht durchgezogen werden muss, eine ganz nützliche Hilfe.)
- und zu guter Letzt benötigt ihr ein Lochbrett bzw. eine Nadelschablone zur Stricknadelbestimmung
 Zum Schluss wird das Geflecht nämlich durch immer kleiner werdende Löcher gezogen, um das entstandene Gewebe zu verdichten. Ihr könnt euch natürlich ein Lockbrett kaufen. Wenn ihr aber eine stabile, mehrere Milimeter dicke Nadelschablone übrig habt, lässt sich das Drahtgeflecht auch prima dadurch ziehen.

Alle anderen Hilfsmittelchen, die im Netz dafür angeboten werden, sind sicherlich arbeitserleichternd, aber nicht unbedingt notwendig.




1) Begonnen wird damit, die Grundschlaufen vorzubereiten. Je nachdem wie dicht ihr den Strang haben möchtet, solltet ihr mehr oder weniger Anfangsschlaufen machen. Zwischen 4 bis 6 Schlaufen lassen sich gut verarbeiten. In meinem Beispiel habe ich mit 4 Schlaufen begonnen. Wickelt den Draht einfach mehrmals um eure Finger und schneidet ihn ab.
Manchmal bietet es sich an einen minderwertigeren Draht für die Anfangsschlaufe zu nutzen, um den eigentlich verwendeten Edelmetalldraht zu sparen.


2) Nun verdreht ihr die Schlaufen in der Mitte und ordnet sie an wie Blütenblätter.


3) Legt die entstandene "Drahtblüte" um das Ende des Holzstabs und fixiert sie mit einem Gummiband. So kann das fragile Gebilde nicht so schnell von der Stabspitze hüpfen und ihr müsst euch nicht darum sorgen, es die ganze Zeit festzuhalten.


4) Den Anfangsdraht schlinge ich immer mit um den verdrehten Teil der Anfangschlaufen, damit er aus dem Weg ist.
Und dann geht es auch schon los mit dem Knüpfen. Ihr seht die zwei Schlaufen, die aneinander stoßen. Genau diesen Teil verbindet ihr nun mit dem Draht: Den fädelt ihr von rechts nach links unter den beiden Drähten durch und zieht die neu entstandene Schlaufe etwas fest. Eigentlich war das schon die ganze Magie.




5) Anschließend macht ihr immer so weiter. Der Draht wird von links nach rechts unter der entstandenen Schlaufe durchgeführt. Je nachdem wie dicht ihr eurer Geflecht haben möchtet, könnt ihr auch doppelt und dreifach Wikingerstricken. Führt den Draht einfach wie im Bild gezeigt entweder unter der jeweils zweiten oder dritten Schlaufe (von unten nach oben gezählt) durch. Mit welchem Flechtbild ihr euer Schmuckstück anfertigt, ist eurer Lust und Kreativität überlassen.


6) Spannend wird es erst wieder, wenn ihr einen neuen Draht anschließen müsst, um weiterzukommen. Das kann etwas tricky werden. Denn wenn der Draht nicht ordentlich angeschlossen wird, kann es sein, dass er pickst. Das gilt es natürlich zu vermeiden!


7) Den Restdraht lasst ihr einfach erstmal übrig und schneidet euch ein entsprechend langes neues Stück zurecht. Nun steckt ihr ca. 2-3 cm des neuen Drahts in die letzte Schlaufe, wie es auf dem Bild zu sehen ist.


8) Verstrickt die Runde solang weiter, bis ihr wieder an der Anschlussstelle angelangt seid. Dann müsst ihr Acht geben und euren Draht unter der Schlaufe und den Restdrähten durchführen. Dies führt ihr für ca. 3- 4 Runden so weiter.


9) Wenn ihr die Rundenanzahl absolviert habt, solltet ihr die Restdrähte sehr knapp bzw. bündig mit einem kleinen Seitenschneider abknipsen. Nehmt dabei euer Geflecht vorsichtig vom Holzstab und biegt die Restdrähte etwas ins Innere. So lassen sich die Drähte besser abschneiden, ohne dass ihr ein Loch in eure Arbeit macht.



10) Versucht in den kommenden ein zwei Runden, den kleinen Überstand der Drähte noch mit zu "verstauen". Keine Sorge, was man jetzt im Bild so genau sieht, verschwindet durch das Langziehen des Werkstücks.


11) Das Langziehen bzw. durch das Lochbrett ziehen, ist dann auch der letzte Arbeitsschritt. Jetzt wird eurer luftiges Geflecht zu einem filigranen Strang verdichtet. Achtung: Ihr solltet immer mit bedenken, dass euer Werkstück in der Länge durch das Strecken noch zunimmt. Wenn ihr also ein Schmuckstück basteln möchtet, probiert durch zwischenzeitliches Ziehen immer wieder die Längenentwicklung aus. Beim Verwenden eines Lochbrettes bzw. stabilen Stricknadelmaßes wird das Gebilde besonders gleichmäßig.


Weitere Vorteile vom ausrangierten Stricknadelmaß sind, dass ihr erstens noch viel kleinere Löcher zur Verfügung habt, durch die ihr das Werkstück ziehen könnt. Am Nadelmaß sind gleich auch noch die Durchmesserangaben vermerkt, d.h. also wenn ihr Endkappen an Kette oder Armband machen möchtet, wisst ihr auch gleich, nach welchem Milimetermaß ihr im Bastelladen fragen müsst.


Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, euch eine so filigrane Kette zu basteln, dann wünsche ich euch ganz viel Spaß dabei. Die Technik ist wirklich nicht schwer und es macht viel Spaß, denn man sieht schnell die Früchte seiner Arbeit.

Zeigt mir wie immer gern eure Kreationen auf Instagram unter @madameminuschblogging. Ich freue mich sehr zu sehen, was ihr euch Zartes aus Draht zaubert!
Schreibt mir auch gern einen Kommentar, wie euch die Anleitung gefallen hat. Für Kritik und Wünsche bin ich immer offen.

Allerliebste Grüße und frohe kreatives Schaffen,
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1 Kommentar:

  1. Das Schmuckstück sieht sehr hübsch aus, total professionell. Danke für die vielen Bilder, dann ist das nachmachen bestimmt ganz leicht. Draht mit Farbverlauf sieht bestimmt auch toll aus.

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